Mäuse und Spitzmäuse in Bayern Buch Mäuse und Spitzmäuse in Bayern

Schabrackenspitzmaus Sorex coronatus

Kennzeichen

Kennzeichen

Im typischen Fall zweifarbig mit schwarzbrauner Rückenmitte („Schabracke“), die deutlich mit der hellen Flanken- und Bauchfärbung kontrastiert. Es treten aber auch dreifarbige Tiere auf mit einer hellbraunen Flankenregion, die äußerlich nicht von der Waldspitzmaus zu unterscheiden sind (die Unterscheidung der beiden Arten Wald- und Schabrackenspitzmaus ist außer am Karyotyp an Merkmalen des Schädels und des Unterkiefers möglich: vgl. TURNI & MÜLLER 1996).

Körpermaße

Kopf+Rumpf 60-80 mm; Schwanz 35-45 mm; Hinterfuß 12-14 mm; Gewicht 7 - 13 g.

Lebensraum

Lebensraum

Bevorzugt wie die Waldspitzmaus feuchte und deckungsreiche Standorte mit einer dichten Krautschicht oder Hochstaudenbewuchs. Die meisten Fundorte in der bayerischen Rhön lagen am Ufer von Wiesenbächen mit dichter Ufervegetation, auch an baumbestandenen Ufern und im Übergangsbereich Wiese-Laubwald (LÜTT mündlich). In Südbayern (Schwaben) wurde die Art an Böschungen und Wegrändern unter Pestwurz, Brennesseln und Giersch gefangen.

Wald- und Schabrackenspitzmaus sind Zwillingsarten und haben fast identische Lebensraumansprüche, sind also Konkurrenten und treten daher fast nirgends syntop auf. Wo beide Arten sympatrisch vorkommen, leben die Populationen kleinräumig streng getrennt voneinander (TURNI & MÜLLER 2003).

Verbreitung

Verbreitung in Europa

Verbreitung in Europa

Die Schabrackenspitzmaus ist eine rein europäische Art, deren Verbreitungsgebiet von Nordspanien und der Atlantikküste aus durch Frankreich, die nördliche Schweiz und die Beneluxstaaten bis Deutschland reicht. Hier verläuft ihr östlicher Arealrand vom östlichen Bodenseebecken in annähernder N-S-Richtung durch Bayern, Thüringen und Niedersachsen bis zum Elbe-Weser-Dreieck und ins südliche Bremer Umland.


Verbreitung in Bayern

Verbreitung in Bayern

Zusammenhängende Vorkommen in Bayern gibt es nur in der Rhön sowie im Gebiet um Memmingen (Landkreis Unterallgäu/Schwaben). Einzelfunde liegen vor aus dem unteren Maintal, dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim sowie aus Kempten. Die Fundorte in der Rhön liegen zwischen 450 und 750 m Meereshöhe, diejenigen im Unterallgäu/Schwaben bei 630 m Höhe.
Bei den bayerischen Vorkommen handelt es sich um die östlichsten Arealausläufer der Schabrackenspitzmaus, die hier ihre östliche Verbreitungsgrenze erreicht.

Bestandssituation

Bestandssituation

In Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) ist die Schabrackenspitzmaus etwas weniger häufig als sympatrische Waldspitzmäuse. Der Anteil von Waldspitzmaus:Schabrackenspitzmaus beträgt nach Fallenfängen in sympatrischen Lebensräumen etwa 3:1. Eine Bestandsgefährdung ist nicht erkennbar.

Literatur

Literatur

TURNI, H: (2003): Zur Ökologie und Reproduktionsbiologie der Geschwisterarten Waldspitzmaus (Sorex araneus L. 1758) und Schabrackenspitzmaus (Sorex coronatus Millet 1828). – WSG Waldschutzgebiete Baden-Württemberg, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg Freiburg (Hrsg.) H. 2:73 S.

TURNI, H. & E.F. MÜLLER (1996): Unterscheidung der Spitzmausarten Sorex araneus L., 1758 und Sorex coronatus Millet, 1828 mit Hilfe einer neuen Diskriminanzfunktion. – Z. Säugetierkunde 61: 73-92.

KRAFT, R. (1998): Neue Nachweise der Schabrackenspitzmaus, Sorex coronatus Millet, 1828 in Bayern.. – Säugetierkd. Inf. 4, H. 22: 341-348.